Geschäftsbericht 2025
Geschäftsbericht 2025

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Geschäftsbericht Verkehrsbetriebe St.Gallen

Editorial

<p>Daniel Zuberbühler<br /><span style='background-color: #ffffff;'>Unternehmensleiter</span></p><p></p>

Daniel Zuberbühler
Unternehmensleiter

Geschätzte Leserinnen, geschätzte Leser

Das vergangene Jahr stand für die Verkehrsbetriebe St.Gallen (VBSG) im Zeichen der Weiterentwicklung. Nicht durch einzelne spektakuläre Innovationen, sondern durch einen kontinuierlichen Veränderungsprozess im Unternehmen. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen die besten Rahmenbedingungen schaffen – für unsere Mitarbeitenden, für unsere Fahrgäste und für unsere Region.

Die Zahlen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Nachfrage nach dem öffentlichen Verkehr bleibt hoch, der Betrieb läuft stabil, und zentrale Projekte entwickeln sich planmässig. Ein wichtiger Meilenstein war der weitere Ausbau der Infrastruktur für unsere Batterietrolleybusse. Damit schreitet die Elektrifizierung unserer Flotte konsequent voran und bringt uns unserem Ziel eines vollständig elektrischen Linienbetriebs bis 2032 näher.

Gleichzeitig haben wir im Unternehmen wichtige Grundlagen für die Zukunft gelegt. Innovation bedeutet für uns nicht nur neue Technologien, sondern auch bessere Strukturen, klare Prozesse und eine moderne Führungskultur. Im vergangenen Jahr haben wir deshalb wichtige Schritte im Prozessmanagement umgesetzt und begonnen, unsere Abläufe systematisch zu erfassen, zu strukturieren und weiterzuentwickeln. Das schafft Transparenz, erhöht die Effizienz und stärkt die Zusammenarbeit über Abteilungen hinweg.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung unserer Führungskräfte. Gute Führung ist entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens – besonders in einem Betrieb, der jeden Tag tausende Menschen sicher und zuverlässig durch die Stadt bringt. Wir investieren deshalb gezielt in die Weiterentwicklung unserer Führungskompetenzen und stärken eine Führungskultur, die Menschlichkeit, Zusammenarbeit auf Augenhöhe und unternehmerisches Denken fördert.

Diese Veränderungen sind Teil eines umfassenden Strategieprozesses, den wir gemeinsam im Unternehmen angestossen haben. Ziel ist es, die VBSG langfristig weiterzuentwickeln und auf die Herausforderungen der kommenden Jahre auszurichten.

Besonders erfreulich ist, dass sich dieser Weg auch in der Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden widerspiegelt. Die aktuelle Mitarbeiterbefragung zeigt das beste Resultat seit Messbeginn vor 13 Jahren. Das bestätigt, dass die eingeleiteten Massnahmen wirken und wir gemeinsam auf dem richtigen Kurs sind.

Der Wandel eines Unternehmens gelingt jedoch nur, wenn er von vielen getragen wird. Mein herzlicher Dank gilt deshalb allen Mitarbeitenden der VBSG. Ihr täglicher Einsatz im Fahrdienst, in der Instandhaltung, in der Planung, in der Verwaltung und in vielen weiteren Funktionen bildet die Grundlage für einen zuverlässigen öffentlichen Verkehr in unserer Region.

Gemeinsam arbeiten wir weiter daran, die VBSG Schritt für Schritt zu verbessern – damit wir auch in Zukunft ein starker Partner für die Bevölkerung, für unsere Kundinnen und Kunden und die Stadt St.Gallen bleiben.

Daniel Zuberbühler
Unternehmensleiter VBSG

Kennzahlen

20252024202320222021
Mitarbeitende (Vollzeitstellen)311.6293.3276.4291.0303.4
Fahrgäste32’741’00031’532’00028’335’00026’717’00021’078’000
Fahrgäste pro Tag89’70085’20077’80073’40057’900
Ertrag55’019’00053’108’00054’141’00054’645’00046’108’000
Verkehrsertrag31’787’00029’577’00027’778’00025’078’00021’710’000
Übriger Ertrag3’349’0003’015’0002’984’0003’607’0003’623’000
Abgeltungen19’883’00020’516’00023’379’00025’960’00020’775’000
Aufwand50’219’00051’571’00054’008’00049’395’00048’091’000
Personalaufwand32’195’00032’476’00030’647’00030’239’00031’008’000
Sachaufwand12’832’00013’255’00014’905’00012’954’00010’891’000
Sonderaufwand5’192’0005’840’0008’456’0006’202’0006’192’000
Unternehmensergebnis4’800’0001’537’000133’0005’250’000−1’983’000
Kostenunterdeckung15’083’00018’979’00023’246’00020’710’00022’758’000
Fahrzeuge (ohne Anhänger)8587104104100
Doppelgelenktrolleybusse77777
Doppelgelenkbatterietrolleybusse1313111111
Gelenktrolleybusse1515161617
Gelenkbatterietrolleybusse202020206
Gelenkautobusse13202023
Dreiachsautobusse55555
Standardautobusse1717181820
Midibusse666610
Midibusse batteriebetrieben11111
Anhänger55555

Das Jahr in Kürze

Im Berichtsjahr beförderten die VBSG 32.7 Millionen Fahrgäste. Dies entspricht einer Zunahme von 3.8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (31.5 Millionen).

Die positive Nachfrageentwicklung ist auf die kontinuierliche Weiterentwicklung des Angebots, gezielte Optimierungen der Linienführung sowie kleinere Ausbauten im Fahrplan zurückzuführen. Sie unterstreicht die hohe Akzeptanz des öffentlichen Verkehrs in der Bevölkerung und stärkt die Rolle der VBSG als attraktive Mobilitätsanbieterin. Vor dem Hintergrund der öffentlichen Sparbestrebungen bleibt es für die kommenden Jahre entscheidend, das bestehende und bewährte Angebot zu sichern und dessen Qualität nachhaltig zu gewährleisten.

Die Abgeltungen reduzierten sich um 0.6 Millionen Franken auf 19.9 Millionen Franken und machten 2025 rund 36.1 Prozent des Gesamtertrags aus (Vorjahr 38.6 Prozent). Die Elektrifizierung wurde teilweise mit einem Direktbeitrag von 0.6 Millionen aus den freien Reserven der VBSG finanziert.

Im Geschäftsjahr 2025 resultierte ein Unternehmensergebnis von + 4.8 Millionen Franken, was einer Verbesserung von 3.3 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Kostendeckungsgrad erhöhte sich deutlich auf 70.0 Prozent (Vorjahr 63.2 Prozent). Zum positiven Jahresergebnis trugen insbesondere höhere Ticketeinnahmen sowie tiefere Unterhaltskosten für Fahrzeuge bei.

Der Fahrbetrieb war im Berichtsjahr durch besondere Anlässe geprägt. Während der Frauen-Fussball-EM wurden Fantransporte von der Innenstadt zur Arena angeboten, ähnlich wie bei Spielen des FC St.Gallen. Im Zusammenhang mit der OLMA wurde erstmals auf den Breitfeld-Pendelbetrieb verzichtet, da der Parkplatz aufgehoben wurde. Stattdessen wurde die Linie 6 gezielt verstärkt, wodurch die Erschliessung des Messegeländes sichergestellt werden konnte.

Dank des Fahrleitungsausbaus bis zur Zürcher Strasse und dem Ladepunkt Hinterberg konnte erstmals ein Winterbetrieb mit Batterietrolleybussen auf den Linien 3, 4, 7 und 8 stattfinden. Die weiteren Ausbauten Richtung Wittenbach und St.Georgen stellen inzwischen eine ausreichende Ladeinfrastruktur bereit. Der Fahrleitungsausbau bei den VBSG ist damit abgeschlossen.

Die Elektrifizierung der VBSG-Fahrzeugflotte ist weit fortgeschritten: Bereits rund 75 Prozent der Transportleistung erfolgen mit Strom aus Wasserkraft. Ziel ist ein vollständig elektrischer Linienbetrieb ab 2032. Für die Quartierlinien werden neue Elektrobusse beschafft, für welche im Jahr 2025 die Ausschreibung durchgeführt wurde.  

Per 31.12.2025 beschäftigten die VBSG 334 Mitarbeitende (311.6 FTE). Die Belegschaft umfasst 278 Männer und 56 Frauen; im Fahrdienst arbeiten 262 Mitarbeitende. Insgesamt stammen die Mitarbeitenden aus 27 verschiedenen Ländern.

Die Fluktuationsquote lag 2025 bei 4.78 Prozent und damit auf einem tiefen Niveau. Durch eine konsequente Steuerung der Arbeitszeiten und einen personellen Überbestand im Fahrdienst konnten zudem die Überzeiten deutlich reduziert werden, was die Mitarbeitenden spürbar entlastete.

Vergleich Fahrgastzahlen VBSG 2015 – 2025

Veränderungen Geschäftsleitung

Im Jahr 2025 kam es zu diversen Veränderungen in der Geschäftsleitung. Samuel Keiser, Leiter Angebotsentwicklung, wurde neu in die Geschäftsleitung aufgenommen. Ebenfalls per 1. Januar 2025 übernahm Carmen Lama als Leiterin Kommunikation und Unternehmensentwicklung diese neu geschaffene Rolle und verstärkt seither mit ihrem Team die Geschäftsleitung sowie das gesamte Unternehmen. Der Bereich Finanzen & Personal wird von Kurt Hüppi geführt, der diese Funktion seit November 2024 inne hat. In seinem Team trat Anfang Oktober zudem Sarina Gloor ihre Funktion als Personalverantwortliche an. Der bisherige Leiter Betrieb verliess die VBSG per Ende Oktober. Komplettiert wird die Geschäftsleitung durch Daniel Zuberbühler, Unternehmensleiter, sowie Urs Studerus, Leiter Technik und stellvertretender Unternehmensleiter.

Neue Unternehmensstrategie

Die Geschäftsleitung erarbeitete im Jahr 2025 eine neue Vision und Strategie. Der Stadtrat nahm diese im Sommer 2025 zur Kenntnis und verabschiedete gleichzeitig die überarbeitete Eignerstrategie. Zur Umsetzung der Vision wurden drei strategische Handlungsfelder definiert: Betriebliche Fitness, Nachhaltigkeit und Kooperationen. Im Fokus der betrieblichen Fitness stehen die systematische Weiterentwicklung und Dokumentation von Prozessen, die nachhaltige Steigerung der Mitarbeitendenzufriedenheit sowie Investitionen in Infrastruktur und Informatik. Die Nachhaltigkeit wurde strategisch gestärkt mit dem Ziel, die Dienstleistungen künftig klimaneutral zu erbringen und soziale Themen wie Gleichberechtigung und Diversität weiter zu fördern. Im Handlungsfeld Kooperationen wird geprüft, inwiefern ausgewählte Dienstleistungen – beispielsweise im Bereich Fahrschule – Dritten angeboten werden können; hierzu erfolgt zunächst eine Potenzialanalyse.

Qualitätsmanagement & Audit

Im vergangenen Jahr wurde der Aufbau des Prozessmanagements systematisch angegangen. Prozessverantwortliche wurden benannt, ins Prozessmanagement eingeführt und entsprechend für den Umgang mit dem Prozessmanagement-Tool geschult. Parallel dazu entstand eine Prozesslandkarte, auf deren Basis zentrale Prozesse identifiziert und nach Dringlichkeit priorisiert und anschliessend dokumentiert wurden. Zudem wurde ein Rollendiagramm erstellt, das die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Prozessbeteiligten klar festlegt. Damit wurde eine solide Grundlage geschaffen, um Prozesse künftig noch effizienter und kosteneffektiver zu steuern und kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Weiteres Nachfragewachstum

Im vergangenen Fahrplanjahr verzeichneten die VBSG erneut einen Anstieg der Fahrgastzahlen gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt nutzten 32.7 Millionen Fahrgäste das Angebot der VBSG, was einer Steigerung von 3.8 Prozent entspricht. Diese positive Entwicklung konnte unter anderem durch kleinere Ausbauten am Fahrplanangebot erzielt werden. Es unterstreicht aber auch die hohe Akzeptanz des in den letzten Jahren kontinuierlich und erfolgreich weiterentwickelten Angebots in der Bevölkerung.

Für die kommenden Jahre wird es, trotz der öffentlichen Sparbestrebungen entscheidend sein, Sorge zum bestehenden und bewährten Angebot zu tragen und dessen Qualität langfristig zu sichern.

Angebotsverbesserungen

Die im letzten Bericht dargestellten Angebotsverbesserungen im Fahrplanangebot 2025 haben sich gemäss den ausgewerteten Nachfragekennzahlen bewährt. Dazu gehören insbesondere die Taktverdichtungen an Wochenenden auf den Linien 1 und 2, die Inbetriebnahme der neuen Haltestelle Müller-Friedberg, Massnahmen zur Erhöhung der Fahrplanstabilität auf den Linien 7 und 8, die Schliessung von Taktlücken auf der Linie 10, der Angebotsausbau auf der Linie 12 sowie die Einführung eines neuen Nachtbuskonzepts.

Auf Basis der ersten Betriebserfahrungen, aber auch durch verschiedene Inputs aus der Bevölkerung und dem Fahrdienst, wurden im Verlauf des vergangenen Jahres gezielte Anpassungen vorgenommen, welche direkt in das Fahrplanangebot 2026 eingeflossen sind.

Rückblick Fahrbetrieb

Der Fahrbetrieb war im Berichtsjahr durch besondere Anlässe geprägt. Im Sommer wurden im Rahmen der Frauen-Fussball-Europameisterschaft Fantransporte von der Innenstadt zur Arena angeboten, analog zu den regulären Fussballspielen des FC St.Gallen. Im Zusammenhang mit der OLMA wurde erstmals auf den Breitfeld-Pendelbetrieb verzichtet, da der Parkplatz aufgehoben wurde. Stattdessen wurde die Linie 6 verstärkt, wodurch die Erschliessung des Messegeländes auch unter veränderten Rahmenbedingungen sichergestellt werden konnte.

Insgesamt konnte über das Jahr hinweg eine hohe Verfügbarkeit der Leistungen und ein weitgehend reibungsloser Betrieb gewährleistet werden. Trotz vereinzelter betrieblicher Herausforderungen blieben die Auswirkungen für die Fahrgäste gering.

243’000 Fahrgäste kontrolliert

Im Berichtsjahr wurden insgesamt 243’000 Fahrgäste inklusive der Fahrgäste der Mühleggbahn kontrolliert, was einem Kontrollgrad von 0.73 Prozent entspricht. Aufgrund unerwartet hoher Fahrgastzahlen auf den Linien 3, 4, 6, 7 und 8 in den Monaten November und Dezember lag der Kontrollgrad unter dem angestrebten Wert von 0.8 Prozent. Da die Einsatzplanung für die Kontrollen jeweils bereits im Oktober finalisiert wird, waren kurzfristige Korrekturen nicht mehr möglich; zu diesem Zeitpunkt deutete noch alles auf eine Zielerreichung hin. Positiv hervorzuheben ist, dass auf keiner Linie der Mindestkontrollgrad von 0.6 Prozent unterschritten wurde. Von den kontrollierten Reisenden verfügten 2 Prozent über keinen gültigen Fahrausweis (1.2 % im Vorjahr). 

Die neu eingestellten Mitarbeitenden im Kontrollteam haben sich gut eingelebt und bereits weiterentwickelt. Zur Stärkung der Handlungskompetenz im Kundenkontakt wurde zudem eine gezielte Weiterbildung im Umgang mit schwierigen Situationen und herausfordernden Fahrgästen durchgeführt, ergänzt durch Einzeltrainings mit einem externen Trainer.

Längere Streckensperrungen infolge Baustellen

Im Berichtsjahr führten zwei grössere Baustellen zu längerfristigen Umleitungen im Busbetrieb. In Wittenbach wurde die Sanierung der Romanshornerstrasse im zweiten Baujahr fortgeführt. Während der Sommerferien konnte die Haltestelle Wittenbach, Zentrum zeitweise nicht bedient werden. Für die Quartiere rund um die Grüntalstrasse wurde am Morgen ein zusätzlicher Bus eingesetzt. Das gemeinsam mit Kanton und Gemeinde erarbeitete Ersatzkonzept bewährte sich. Auch im Quartier Bruggwald kam es aufgrund der Sanierung eines Abwasserkanals zu Einschränkungen. Während rund acht Monaten verkehrte die Linie 11 über eine Umleitung via Kronbühl mit neuer Endhaltestelle Bruggwald. Die Haltestelle Bruggwaldpark entfiel, und Wittenbach, Abacus-Platz wurde provisorisch verschoben.

Grössere Bahnersatzleistungen für die Appenzeller Bahnen

Im Berichtsjahr führten Bauarbeiten der Appenzeller Bahnen auf der Strecke zwischen St.Gallen und Trogen zu mehrwöchigen Streckensperrungen. Die dafür erforderlichen Bahnersatzleistungen wurden öffentlich ausgeschrieben und von den VBSG übernommen. Der Einsatz umfasste zunächst Randstundenleistungen im Frühling sowie einen umfangreichen Ersatzverkehr während der Totalsperrung in den Sommerferien, der teilweise durch Regiobus AG unterstützt wurde. Nach der Wiederaufnahme des Bahnverkehrs folgten weitere Abendleistungen sowie eine zusätzliche einwöchige Sperrung im Herbst mit Ersatzverkehr zwischen St.Gallen und Notkersegg. Zusätzlich erbrachten die VBSG im Berichtsjahr weitere Bahnersatzleistungen zwischen St.Gallen und Appenzell.

Grosse Veranstaltungen in der Stadt

Auch im Berichtsjahr fanden zahlreiche Veranstaltungen statt, die den öffentlichen Verkehr beeinflussten, darunter Fasnacht, Auffahrtslauf, WEURO 2025, St.Gallerfest, OLMA und weitere regionale Anlässe. Diese erforderten Linienumleitungen, zusätzliche Verkehrsleistungen sowie eine enge Abstimmung mit Behörden und Veranstaltern, während der reguläre Betrieb weiterhin zuverlässig aufrechterhalten wurde. Der damit verbundene Planungs- und Dispositionsaufwand war beträchtlich, konnte jedoch dank guter Vorbereitung und Zusammenarbeit erfolgreich bewältigt werden. Besonders hervorzuheben sind die reibungslosen Besuchertransporte während der WEURO 2025 sowie der OLMA.

Kampagnen im Bus

Im Berichtsjahr würdigten die VBSG den im Vorjahr erreichten Fahrgastrekord von über 31 Millionen mit einer Dankesaktion. Im Mai verteilten Mitglieder der Geschäftsleitung persönlich Saatguttütchen an Fahrgäste mit der Botschaft «Danke, dass Sie mit uns fahren». Unter dem Motto «Wir wachsen weiter» griff die Aktion symbolisch das Fahrgastwachstum sowie den Nachhaltigkeitsgedanken der Elektrifizierung der Busflotte auf.

Ein weiteres Highlight war ein Fotowettbewerb im Rahmen der Klimawoche «#sanktgallenwirdklimaneutral». Fahrgäste konnten auf Instagram Fotos mit Bezug zu Natur und Nachhaltigkeit einreichen und an einer Verlosung teilnehmen. Als Hauptpreis wurde ein Jahresabonnement für die Zone 210 / 211 vergeben.

Parallel dazu beteiligten sich die VBSG an weiteren Kampagnen, unter anderem an der schweizweiten Aktion «Sicherheit im öV» des Verbands öffentlicher Verkehr.

Neuorganisation Informations- und Verkaufsstelle VBSG

Im Zusammenhang mit einer Pensionierung und der Ausbildung von neuem Ablösepersonal wurde die Organisation der Informations- und Verkaufsstelle im Rathaus überprüft und neu geregelt. Ziel war es, die fachliche Verantwortung klar zu definieren und den Einsatz des Ablösepersonals langfristig zu sichern.

Das neue Modell sieht einen Fachverantwortlichen sowie drei Ablösen aus dem Fahrdienst vor. Zwei sich teilweise überlappende Schichten von Montag bis Freitag bleiben bestehen, während die Informations- und Verkaufsstelle am Wochenende geschlossen ist.

Die Neuorganisation hat sich bewährt: Sie verbessert die Planbarkeit, stellt die fachliche Kontinuität sicher und verbindet Einsätze im Fahrdienst mit Tätigkeiten im Verkauf.

VBSG-interne Fahrplankommission

Zur besseren Abstimmung von Fahrplananpassungen wurde im Berichtsjahr eine Fahrplankommission gebildet. Sie setzt sich aus Mitarbeitenden des Fahrdienstes und der Fahrdienstleitung zusammen und bringt Praxiserfahrungen systematisch in die Angebotsentwicklung ein.

Die Kommission nahm ihre Arbeit im Sommer auf und konnte bereits mehrere Verbesserungen für das Fahrplanangebot 2026 einbringen. Sie hat sich als wertvolles Gremium für die Diskussion und Bewertung von Anpassungen etabliert und wird auch künftig in entsprechende Prozesse einbezogen.

Personal

Per 31. Dezember 2025 beschäftigten die VBSG 336 Mitarbeitende, was 311.6 Vollzeitäquivalenten (FTE) entspricht. Der Altersdurchschnitt liegt bei 48 Jahren, das durchschnittliche Dienstalter beträgt 11 Jahre. Das längste bestehende Dienstverhältnis umfasst 44 Jahre. Der jüngste Mitarbeitende ist 15 Jahre alt, der älteste über 65 Jahre. Von den insgesamt 336 Mitarbeitenden sind 280 Männer und 56 Frauen beschäftigt. Im Fahrdienst arbeiten 262 Mitarbeitende, davon 223 Männer und 39 Frauen. Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten beträgt 22 Prozent (77 Mitarbeitende), darunter 49 Männer und 26 Frauen. Die Belegschaft der VBSG ist international geprägt: Mitarbeitende aus insgesamt 27 verschiedenen Ländern tragen zur kulturellen Vielfalt des Unternehmens bei.

Fluktuation

Die Fluktuationsquote lag im Jahr 2025 bei 4.78 Prozent und bewegt sich damit auf einem vergleichsweise tiefen Niveau. Dies unterstreicht die insgesamt stabile Personalsituation. Die aus der Mitarbeiterzufriedenheitsumfrage 2022 abgeleiteten Massnahmen wurden konsequent weiterverfolgt und zeigen Wirkung. Dies spiegelt sich insbesondere in der gesunkenen freiwilligen Fluktuation wider.

Überzeiten reduziert

Durch eine konsequente Steuerung der Arbeitszeiten sowie einen personellen Überbestand im Fahrdienst konnten die Überzeiten deutlich gesenkt werden. Dies führte zu einer spürbaren Entlastung der Mitarbeitenden, verbessert die Planbarkeit der Arbeitszeiten und stärkt die Leistungsfähigkeit im operativen Betrieb.

Mitarbeitendenzufriedenheit

Im November 2025 nahmen rund 55 Prozent der Mitarbeitenden an der Zufriedenheitsumfrage teil (2022: 60 Prozent). Die Ergebnisse sind die besten seit Beginn der Erhebung vor 13 Jahren. Die durchschnittliche Zufriedenheit liegt bei 3.25 von 4 Punkten. Besonders positiv bewertet wurden der Gesamteindruck, die Führung sowie der Arbeitsinhalt. Verbesserungsbedarf zeigt sich insbesondere bei der räumlichen und technischen Infrastruktur sowie bei den Themen Aus- und Weiterbildung und Anstellungsbedingungen. Im Vergleich mit anderen Personentransportunternehmen schneidet die VBSG in nahezu allen Kategorien besser ab. Einzig bei der räumlichen und technischen Infrastruktur liegt der Wert unter dem Branchendurchschnitt.

Fokus auf Führungsentwicklung

Im Jahr 2025 setzten die VBSG einen Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung der Führungskultur. Die Werte der Stadt St.Gallen wurden in einem internen Prozess für die VBSG interpretiert und organisationweit kommuniziert. Darauf aufbauend wurden Führungsleitlinien abgeleitet und mit dem Kader vertieft diskutiert. In der Folge startete ein strukturiertes Führungstraining mit dem Ziel, die Leitlinien im Führungsalltag zu verankern und die Führungskräfte mit praxisnahen Instrumenten zu unterstützen. Damit soll die Führungsqualität nachhaltig gestärkt und die Werte der VBSG im Arbeitsalltag gelebt werden, was langfristig zu einer höheren Mitarbeitendenzufriedenheit beitragen soll. 

Personaldisposition

Das Jahr 2025 stand in der Personaldisposition im Zeichen des Abbaus von Überstunden. Die durchschnittlichen Stundensalden im Fahrbetrieb konnten innerhalb eines Jahres von rund 150 auf knapp 70 Stunden reduziert werden. Gleichzeitig blieb die Wunscherfüllungsquote bei der automatischen Personaldisposition mit 85 bis 95 Prozent auf einem hohen Niveau. Weiter verbesserten Anpassungen bei der Planung der Personalreserve sowie klar definierte Zeitfenster für Verfügerdienste die Planbarkeit der Arbeitseinsätze und reduzierten so kurzfristige Einsätze an arbeitsfreien Tagen.

Rekrutierung und Ausbildung

Im Berichtsjahr wurden 34 neue Fahrdienstmitarbeitende rekrutiert und erfolgreich ausgebildet, darunter 14 Quereinsteiger. Damit konnte der Personalbedarf gedeckt und gleichzeitig ein gezielter Personalüberbestand aufgebaut werden. Dieser trug dazu bei, Überstunden weiter abzubauen und Pensionierungen sowie Fluktuationen frühzeitig aufzufangen.

Im Rahmen der obligatorischen Weiterbildungen (CZV-Kurse) wurden mit dem gesamten Fahrpersonal sicherheitsrelevante und praxisnahe Themen behandelt. Dazu gehörten unter anderem Fahrzeugbrand, Evakuierung bei Brand im Bus, Fahrzeugstörungen sowie das Rückwärtsfahren mit dem Doppelgelenkbus. Zur weiteren Qualitätssicherung und -steigerung wurden ergänzend zu den externen Audits zusätzliche interne Audits durch das Qualitätsmanagement eingeführt. Die Ausbildungsqualität konnte auch im Jahr 2025 auf einem sehr hohen Niveau gehalten werden. Dies zeigt sich in einer ausgezeichneten Prüfungserfolgsquote von 96.8 Prozent.

Fahrleitungsausbau abgeschlossen

Dank des ersten Ausbauschritts der Fahrleitung in Richtung Abtwil – von der St.Leonhard-Strasse bis zur Zürcher Strasse – sowie des zusätzlichen Ladepunkts beim Hinterberg konnte erstmals ein Winterbetrieb mit Batterietrolleybussen auf den Linien 3, 4, 7 und 8 sichergestellt werden. Dieser Betrieb erfolgte allerdings noch ohne grössere Leistungsreserven. Mit den beiden weiteren Ausbauschritten im vergangenen Jahr steht nun eine ausreichende Ladeinfrastruktur zur Verfügung: In Richtung Wittenbach wurde die Fahrleitung von der Heiligkreuzstrasse bis zum Sonnrainweg erweitert, in Richtung St.Georgen von der Teufenerstrasse beziehungsweise Felsenstrasse bis zur Berneggstrasse.

Noch ausstehend sind einzelne Ergänzungen. Dazu gehören der Ausbau an der Bogenstrasse – derzeit aufgrund der Bauarbeiten am Velotunnel zurückgestellt –, die Installation eines Aufbügeltrichters beim Sonnrainweg nach dem geplanten Umbau der Haltestelle sowie ein zusätzlicher Ladepunkt an der Haltestelle Neudorf / Rorschacherstrasse Zusammen mit der geplanten Spannungserhöhung von 600 auf 750 Volt wird damit künftig eine Stromversorgung mit ausreichenden Reserven sichergestellt.

Alle Billettautomaten modernisiert

Im Jahr 2023 wurde entschieden, die Billettautomaten der VBSG zu modernisieren. Die bestehenden Automaten entsprachen nicht mehr dem Stand der Technik und den Kundenbedürfnissen. Nach der Umrüstung (Retrofit) der 95 mobilen Billettautomaten in den Bussen konnten Anfang 2025 auch die 14 stationären Billettautomaten umgebaut werden. Viele mechanische Teile wurden weiterverwendet, während veraltete elektronische Bauteile ersetzt wurden.

Ab 2032 vollelektrische Busflotte für den Linienbetrieb

Die Elektrifizierungsarbeiten der VBSG sind so weit fortgeschritten, dass rund 76 Prozent der Leistung mit Strom aus Wasserkraft erfolgt. Die Projekte zur Umstellung der Quartierbusse und Ersatzfahrzeuge sind initiiert, damit die VBSG ab 2032 zu 100 Prozent elektrisch fahren. Für die Umstellung der Quartierlinien möchten die VBSG neue Elektrobusse beschaffen. Während der Detailkonzeption zeigte sich, dass die Firma, die den Zuschlag erhielt, nicht in der Lage ist, die bestellten Busse rechtzeitig zu produzieren und mit wirtschaftlichen Problemen kämpft. Aus diesen Gründen kündigten die VBSG im Dezember 2024 den Vertrag. Eine neue Beschaffung wurde im Jahr 2025 durchgeführt und der Zuschlag wird im ersten Quartal 2026 erteilt.

Ladeinfrastruktur

Damit für die Elektrobusse genügend Leistung zur Verfügung steht, wurde eine Trafostation bestellt. Damit steht im Depot zukünftig 2 Megawatt Leistung bzw. 1.8 Megawatt Ladeleistung zur Verfügung. Neben der Trafostation wird die Schreinerei zu zwei Elektroverteilräumen umgerüstet, um die Stromverteilung für das Gebäude und die Ladestationen zu ermöglichen.

Neubauprojekt Busdepot lanciert

Das bestehende Busdepot bietet für die heutige und künftige Busflotte zu wenig Platz und ist auf kleinere Fahrzeuge ausgelegt. Nach dem Abbruch des Projekts für eine gemeinsame Betriebszentrale der Direktion Technische Betriebe inklusive neuem Busdepot wurde ein neues Projekt zur Realisierung eines Busdepots lanciert.

Der Projektauftrag wurde durch die Direktion Planung und Bau, die Direktion Technische Betriebe sowie das Amt für öffentlichen Verkehr freigegeben und umfasst die Prüfung einer Ein- und einer Zweistandortlösung. In Zusammenarbeit mit dem Hochbauamt wurde eine Projektorganisation aufgebaut. Die Anforderungen an das neue Depot wurden auf Basis einer Simulation der Busflottenentwicklung bis 2050 aktualisiert. Alle verfügbaren Parzellen mit einer Fläche von über 3’000 m2 wurden geprüft.

Sanierung bestehendes Busdepot

Das bestehende Busdepot sowie die Betriebseinrichtungen und Büros sind sanierungsbedürftig. Die notwendigen Massnahmen wurden erhoben und grob kostenmässig abgeschätzt. Dazu zählen unter anderem die Erneuerung der Waschanlagen und der Wasseraufbereitung, der Ersatz der Tore, die Versiegelung der Böden in der Einstellhalle, Massnahmen im Bereich Brandschutz, die Begrünung der Dachterrasse, die Instandsetzung der Hebebühnen sowie die Sanierung der Dächer. Ergänzend ist die Installation einer Photovoltaikanlage durch die sgsw vorgesehen. Für die Umsetzung der Sanierungsmassnahmen hat der Stadtrat ein Budget von rund 5 Millionen Franken bewilligt.

VBSG-Bus wird zum mobilen Kindergarten

Nach dem die VBSG die ukrainische Stadt Tschernihiw mit elf ausgemusterten Bussen unterstützte, wurde auch der ehemalige Eventbus gespendet. Dieser wurde mit viel Engagement durch die Hilfsorganisation Swiss for Ukraine gemeinsam mit ukrainischen Flüchtlingen zu einem mobilen Kindergarten umgebaut. Er wird rund 50 Kilometer entfernt vom Frontabschnitt eingesetzt. In diesem Bereich sind die Kindergärten und Schulhäuser weitestgehend zerstört. Dieser Bus ermöglicht nun den Kindern zeitweise den Besuch des Kindergartens. Dieser wurde am 18. November 2025 in die Ukraine überführt.

Neue Hubarbeitsbühne

Am 5. Mai 2025 konnte die neue Hubarbeitsbühne in Empfang genommen werden. Sie wird für Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an Fahrleitungen, Beleuchtungen und Haltestellen-Infrastruktur eingesetzt. Das Fahrzeug hat 5.5 Tonnen, eine maximale Arbeitshöhe von 22 Metern und einem maximale Korblast von 300 Kilogramm.

Verabschiedung des alten Turmwagens

Während dem Fahrleitungsausbau wurden bei den VBSG der alte und der neue Turmwagen verwendet. So konnte ein Turmwagen bei den Bauarbeiten beigestellt werden. Der Turmwagen MAN Typ 16.262 F ist mittlerweile 34-jährig. Er ist mit einer Arbeitsbühne ausgestattet und seit 2012 im Dienst der Verkehrsbetriebe St.Gallen. Vorher war er bei den Verkehrsbetrieben Zürich im Einsatz. Der alte Turmwagen ist am 16. September 2025 verkauft worden.

Bus Nummer 299 an Arbeitsgemeinschaft Nahverkehrsgeschichte (Bochum) übergeben

Der Bus mit der Betriebsnummer 299 mit Baujahr 2006 hat ein neues Zuhause gefunden. Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um den einzig erhaltenen Prototyp einer längeren Bauweise von MAN. Bis zur Übergabe gehörte das Fahrzeug nach wie vor MAN und war nur leihweise bei den VBSG. Da MAN das Fahrzeug nicht mehr zurückwollte, wurde eine zweckmässiger Besitzer gesucht und mit der Arbeitsgemeinschaft Nahverkehrsgeschichte (Bochum) als neue Eigentümerin gefunden. Künftig wird das Fahrzeug dort gelegentlich im Rahmen des Bahnersatzverkehrs zum Einsatz kommen. Diese Einsätze dienen nicht nur dem öffentlichen Verkehr, sondern tragen zugleich dazu bei, den technischen Zustand des Busses durch regelmässige Bewegung zu erhalten.

Zu besonderen Anlässen, wie etwa dem bevorstehenden 130-jährigen Jubiläum des Fahrbetriebs der VBSG im Jahr 2027, wird der Bus auch in der Ostschweiz zum Einsatz kommen und dort an vergangene Zeiten des Stadtverkehrs erinnern.

Ökologie

Energieverbrauch

in Mio. kWh pro Jahr (GWh) für Autobusse, Trolley und Betrieb

Verteilung Energieverbrauch

CO2-Emissionen

in Kilogramm pro Fahrzeugkilometer

Autobus-Schadstoffemissionen

in Tonnen pro Jahr

Innovation bei VBSG

Das Jahr 2025 stand ganz im Zeichen der kontinuierlichen Verbesserung. Dank der Unterstützung vieler Mitarbeitenden ist es gelungen, einen Mehrwert und nachhaltige Perspektiven für die Zukunft zu schaffen.

In diesem Zusammenhang arbeiteten die VBSG an zwei bedeutenden Projekten: den Retrofit der Billettautomaten sowie die optimierte Dienstplanung. Zwei wichtige Köpfe hinter diesen Projekten geben einen Einblick, wie Innovation bei den VBSG gelebt wird.

Neues Leben eingehaucht

Die Billettautomaten waren alt, abgenutzt und am Ende ihrer Laufzeit. Auch trudelten immer mehr Störungsmeldungen über die Billettautomaten ein. Das Ersatzmaterial ist teuer und ist auf dem freien Markt nicht verfügbar und zudem sind zwei getrennte Billettautomatensysteme im Einsatz. Der Zustand der Billettautomaten der VBSG erforderte dringendes Handeln.

Der Vertrag mit dem bestehenden Lieferanten wurde per Ende 2024 gekündigt, wodurch sich für die VBSG neue Möglichkeiten aber wenig Zeit ergaben. Nach intensiven Gesprächen entschieden sich die VBSG für den Retrofit der Billettautomaten und gegen eine komplette Neubeschaffung. Im Zuge des Retrofits setzten sich die VBSG neue Ziele, wie beispielsweise die Verlängerung der Lebensdauer oder mehr Unabhängigkeit. Die Ausschreibung für diesen Auftrag erfolgt im Juni 2023, bereits kurze Zeit später wurde der Auftrag vergeben und das Projekt gestartet.

Moreno Clerici, ICT-System-Betreuer bei den VBSG war ein wichtiger Bestandteil beim Retrofit-Projekt und erklärt was alles dahintersteckt.

Was waren die Hauptargumente für den Retrofit statt einer kompletten Neubeschaffung?
Die Entscheidung hatte mehrere Gründe. Einerseits spielten finanzielle Aspekte eine zentrale Rolle, denn eine komplette Neubeschaffung aller Automaten wäre mit massiv höheren Kosten verbunden gewesen. Zudem zeigte eine Umfrage der Stadt St.Gallen, dass Bargeld weiterhin eine wichtige Rolle spielt, was wir strategisch sehr begrüssten.
Zudem setzte unser bisheriger Lieferant zunehmend auf neue Systeme.  Ersatzteile wurden somit teuer und schwer verfügbar. Mit dem Retrofit konnten wir Teile der bestehenden Infrastruktur nutzen und uns gleichzeitig unabhängiger machen.

Welche konkreten Verbesserungen ergeben sich durch den Retrofit?
Wir spüren, wie sich die Zuverlässigkeit deutlich erhöht hat. Wir beklagen deutlich weniger Störungen oder gar Ausfälle. Zudem können wir Ersatzteile nun auf dem freien Markt erwerben und sind so auch deutlich effizienter. Zudem konnten wir unsere Softwareplattform vereinheitlichen, was eine zusätzliche Vereinfachung im Arbeitsablauft ist. Dadurch haben wir heute eine stabile und zukunftsfähige Basis.

Welche strategische Bedeutung hat das Projekt?
Die Lebensdauer unserer Automaten konnten um acht bis zehn Jahre verlängert werden. Das gibt uns eine Planungssicherheit und Flexibilität für zukünftige Entwicklungen. Dabei schielen wir bereits auf das Jahr 2035, denn bis dahin möchte der Tarifverbund Ostwind 95 Prozent der Ticketverkäufe Online abwickeln. Durch den Retrofit konnten wir diese zeitliche Lücke mit grosser Zufriedenheit lösen.

Mit welchen Herausforderungen wurdet ihr konfrontiert?
Wir standen von Beginn an unter grossem Zeitdruck, denn wir haben unseren Vertrag mit dem Lieferanten per Ende 2024 aufgelöst. Somit mussten per Anfang 2025 die neuen Billettautomaten in Betrieb sein. Die Einführungsphase war entsprechend sehr kurz und nur durch den grossen Einsatz aller beteiligten Mitarbeitenden war es möglich dieses Projekt fristgerecht umzusetzen. Sie haben unzählige Stunden und einen immensen Arbeitsaufwand betrieben, was ich nochmal speziell honorieren möchte.

Was ziehst du für ein Fazit zu diesem Projekt?
Der Retrofit ist gelungen, wir sind nun unabhängiger und können auch Störungen einfacher beseitigen. Zudem haben wir keine Lizenzkosten mehr und könnten das System auch noch erweitern.
Wir sehen uns auch darin bestätigt, das Bernmobil auf das gleiche Konzept setzt, um mehr als 600 Billettautomaten zu erneuern.

Zur Person
Moreno Clerici ist 44 Jahre alt und arbeitet seit 4 Jahren bei den VBSG. Er ist als ICT-System-Betreuer tätig. Moreno ist verheiratet. In seiner Freizeit taucht er gerne im Bodensee und geht gerne Reisen.


Optimierte Dienstplanung

Marcel, wie wurde die Dienstplanung früher bei den VBSG organisiert?
Früher arbeiteten wir mit einem Jahresturnus. Die Mitarbeitenden waren in rund 6 feste Gruppen mit je 3 Untergruppen eingeteilt und arbeiteten nach dem starren Mustern 5 / 1, 4 / 2, 4 / 2 – also mehrere Arbeitstage gefolgt von fixen freien Tagen. Diese freien Tage waren für das ganze Jahr festgelegt. Wünsche bezüglich Dienstzeiten oder freien Tagen konnten kaum berücksichtigt werden. Wer etwas ändern wollte, musste selbst mit Kolleginnen und Kollegen tauschen. Insgesamt war das System wenig flexibel.

Wie funktioniert die Dienstplanung heute?
Die Planung beginnt bereits im Frühjahr des Vorjahres mit der Ferienplanung für das kommende Jahr. Anschliessend werden die Dienstpläne erstellt. Ein grosser Fortschritt ist dabei die automatische Personaldisposition, die wir seit Juni 2023 einsetzen. Unsere Fahrerinnen und Fahrer können ihre Wünsche zu freien Tagen oder Schichtlagen direkt im System eingeben. In der Regel können wir über 80 Prozent dieser Wünsche erfüllen.

Das System erstellt anschliessend eine Diensteinteilung, die sich möglichst stark an den Wünschen orientiert. Nach der automatischen Planung braucht es nur noch etwa rund zwei bis drei Stunden manuelle Nachbearbeitung. Das System sorgt für eine faire und nachvollziehbare Einteilung.

Welche Rolle spielt die Disposition im täglichen Betrieb?
Neben der langfristigen Planung gibt es die tägliche operative Disposition. Hier geht es darum, kurzfristige Änderungen zu bewältigen – etwa Krankmeldungen oder spontane Termine von Mitarbeitenden. Unser Ziel ist klar: Jeder Bus soll jederzeit besetzt sein und zuverlässig verkehren. Dafür müssen wir oft sehr kurzfristig reagieren und Lösungen finden. Diese Aufgabe übernimmt heute für die ersten drei Tage Abwesenheit die Leitstelle und die weiteren Tage werden durch die Personaldisponenten umdisponiert.

Welche Verbesserungen konntet ihr in den letzten Jahren umsetzen?
Wir entwickeln das System laufend weiter. Ein aktuelles Beispiel: Wenn ein Wunsch nach einer bestimmten Schichtlage nicht erfüllt werden kann, teilt das System heute einfach eine andere Schicht zu. So kann es sein, dass sich ein Mitarbeiter eine Frühschicht wünscht und dann eine Spätschicht zugeteilt erhält. Hier passen wir das System dahingehend an, dass es versucht eine möglichst nahe Alternative zu finden – also nur eine etwas spätere oder frühere Schicht.

Gleichzeitig mussten wir auch klare Regeln definieren. Zu viele individuelle Wünsche würden das System überfordern und wären für den Betrieb nicht umsetzbar. Heute können Mitarbeitende beispielsweise so viele Freiwünsche setzen wie Wochenendtage / Feiertage in einem Kalendermonat enthalten sind plus einen zusätzlichen freien Tag. In besonders intensiven Monaten mit Zusatzleistungen wie dem Open Air oder der OLMA kann die Anzahl etwas reduziert

Wie siehst du die Zukunft der Dienstplanung?
Wir werden die Planung weiter an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden ausrichten und schrittweise optimieren – etwa bei der Ferienplanung. Gleichzeitig entwickeln sich die technischen Möglichkeiten weiter. Algorithmen und künftig auch künstliche Intelligenz können dabei helfen, noch bessere Lösungen zu berechnen. Entscheidend bleibt aber der richtige Mix: Der Betrieb muss zuverlässig laufen und gleichzeitig wollen wir eine möglichst hohe Zufriedenheit bei unseren Mitarbeitenden erreichen.

Die VBSG planen, die Leitstelle und Disposition in einem Team zu vereinen.
Was sind die Vorteile?
Die Aufgaben werden vielseitiger. Leitstelle und Disposition wachsen stärker zusammen, die Mitarbeitenden können sich gegenseitig aushelfen. Für alle wird der Job dadurch abwechslungsreicher und flexibler. Das passt gut zu den Anforderungen eines modernen Verkehrsunternehmens.

Zur Person
Marcel Haltiner ist 39 Jahre alt und arbeitet seit 14 Jahren bei den VBSG. Er startete als Chauffeur und war vor seiner Tätigkeit als Leiter Disposition 6 Jahre als Fahrdienstleiter tätig. Marcel ist verheiratet und hat zwei Kinder. In seiner Freizeit wandert er gerne durch den Alpstein und ist als Offizier in der Milizfeuerwehr St.Gallen tätig.

Finanzbericht

Lagebericht

Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

Der Verkehrsertrag der VBSG betrug per Ende 2025 rund CHF 31.8 Millionen. (Vorjahr CHF 29.6 Millionen). Befördert wurden im Berichtsjahr 32.7 Millionen Fahrgäste. Im Vorjahr waren dies 31.5 Millionen. Dies ist eine Steigerung von + 3.8 Prozent. Dieser sehr erfreuliche und anhaltende Fahrgastanstieg unterstreicht die Wichtigkeit und die Beliebtheit der VBSG bei den Fahrgästen.

Die Nebenerlöse nahmen im Vergleich zum Vorjahr CHF 0.4 Millionen zu und beliefen sich per Jahresende auf CHF 2.9 Millionen. Der übrige Ertrag betrug im Geschäftsjahr 2025, wie im Vorjahr CHF 0.5 Millionen. Die grösste Position innerhalb dieses Ertragsblockes bilden die CO2-Rückvergütungen von myclimate, die die VBSG aufgrund des Einsatzes von Bussen mit Elektroantrieb einfordern konnten.

Die Abgeltungen reduzierten sich um 0.6 Millionen Franken auf 19.9 Millionen Franken und machten 2025 rund 36.1 Prozent des Gesamtertrags aus (Vorjahr 38.6 Prozent). Die Elektrifizierung wurde teilweise mit einem Direktbeitrag von 0.6 Millionen aus den freien Reserven der VBSG finanziert.

Die Stadt hatte dereinst einem entsprechenden Wunsch des Kantons zugestimmt.

Im Geschäftsjahr 2025 resultierte ein Unternehmensergebnis von CHF + 4.8 Millionen (Vorjahr CHF + 1.5 Millionen). Der Kostendeckungsgrad entwickelte sich im Berichtsjahr mit 70.0 Prozent (Vorjahr 63.2 %) erfreulich. Zum guten Geschäftsergebnis haben tiefere Energiepreise, vor allem für den Traktionsstrom, und ein kleinerer Aufwand für den Fahrzeugunterhalt beigetragen.

Geplante Investitionen konnten grösstenteils durchgeführt werden.

Die Eigenkapitalquote beläuft sich zum 31.12.2025 auf komfortable 61.6 Prozent (Vorjahr 57.2 %). Im Jahresdurchschnitt 2025 hatten die VBSG 311.6 Vollzeitstellen (Vorjahr 293.3 Vollzeitstellen) besetzt.

Durchführen einer Risikobeurteilung

Die VBSG haben einen Risikokatalog erstellt und die Risiken in operationelle, finanzielle, Compliance- und Rechts- sowie IT- und Cyber-Risiken unterteilt. Die Risikobewertung erfolgte anhand einer Risikomatrix, die die Eintretenswahrscheinlichkeit und die Auswirkung systematisch berücksichtigt. Die Risikoanalyse dient als Grundlage für die Priorisierung der Prozessaufnahmen und die Ableitung von Kontrollmassnahmen für das neue interne Kontrollsystem, welches sich im Aufbau befindet. Das bisherige interne Kontrollsystem der Vorjahre wurde im Zuge des Neuaufbaus der Prozesslandschaft und der Integration des IKS in die Prozesslandschaft nicht weitergeführt. Kontrollen wurden im Wesentlichen im Rahmen der Jahresabschlusserstellung durchgeführt und dokumentiert.

Bestell-Auftragslage

Das Bundesamt für Verkehr und das Amt für den öffentlichen Verkehr St.Gallen haben die Fahrplanleistungen für das Jahr 2025 und 2026 aufgrund der Offerte der Verkehrsbetriebe aus dem Jahr 2024 bestellt.

Subventionsrechtliche Prüfung der Jahresrechnung durch das Bundesamt für Verkehr nach Art. 37 Abs. 3 PBG

Das Bundesamt für Verkehr prüft die genehmigten Rechnungen der Unternehmen, die vom Bund Finanzhilfen oder Abgeltungen nach dem Eisenbahn- oder dem Personenbeförderungsgesetz erhalten, periodisch oder nach Bedarf. Der Befund der Prüfung liegt zum Zeitpunkt der Publikation des Geschäftsberichtes noch nicht vor.

Bilanz

Anhang31.12.202531.12.2024
in CHFin CHF
Aktiven
Flüssige Mittel115’479’93711’163’890
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen22’973’9322’276’367
Übrige kurzfristige Forderungen3 2’971’661 2’986’793
Vorräte und nicht fakturierte Dienstleistungen42’834’7012’863’062
Aktive Rechnungsabgrenzungen5344’899195’599
Total Umlaufvermögen24’605’13119’485’710
Finanzanlagen62’0012’001
Sachanlagen753’284’24757’099’307
Immaterielle Werte794’654186’829
Total Anlagevermögen53’380’90257’288’137
Total Aktiven77’986’03376’773’847
Passiven
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen85’650’5313’336’354
Kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten93’571’4003’571’400
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten10659’661502’611
Passive Rechnungsabgrenzungen117’701’7259’147’307
kurzfristige Rückstellungen12817’296441’648
Total kurzfristiges Fremdkapital18’400’61316’999’319
Langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten135’714’4009’285’800
langfristige Rückstellungen145’734’8016’552’097
Total langfristiges Fremdkapital11’449’20115’837’897
Gesetzliche Reserven gem. Art. 36 PBG2’860’8852’860’885
Bestellerreserven Kanton SG11’702’69011’580’708
Freie Reserven28’773’05627’957’609
Unternehmensergebnis4’799’5871’537’429
Total Eigenkapital1548’136’21843’936’632
Total Passiven77’986’03376’773’847

Erfolgsrechnung

Anhang20252024
in CHFin CHF
Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen1631’787’45029’577’277
Nebenerlöse172’897’8362’508’516
Übriger Ertrag450’778506’607
Betriebsertrag35’136’06432’592’400
Abgeltungen1819’882’60820’515’653
Gesamtertrag55’018’67253’108’053
Leistungsabhängiger Aufwand19−5’816’264−6’049’417
Deckungsbeitrag49’202’40847’058’637
Löhne−26’444’442−26’559’841
Sozialversicherungen−5’116’567−5’140’266
Übriger Personalaufwand−634’158−775’595
Personalaufwand−32’195’167−32’475’702
Raum- und Einrichtungsunterhalt−465’583−484’389
Fahrzeugunterhalt−2’783’920−3’072’202
Sachversicherungen und Gebühren−51’592−53’116
Energie und Entsorgung−380’941−381’460
Verwaltung und IT−3’272’415−3’090’753
Werbung−60’877−123’403
Übriger betrieblicher Aufwand−7’015’327−7’205’324
Betriebliches Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA)9’991’9147’377’610
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Sachanlagen−5’406’089−5’703’599
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Immaterielle Werte−117’974−158’957
Veräusserungsergebnis Sachanlagen57’02771’243
Betriebliches Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)4’524’8771’586’297
Finanzertrag3’20274’619
Finanzaufwand−192’862−219’454
Ausserordentlicher oder periodenfremder Ertrag20277’12195’967
Veräusserungsergebnis Immobile Anlagen21187’248
Unternehmensergebnis4’799’5871’537’429

Geldflussrechnung

31.12.202531.12.2024
in CHFin CHF
Unternehmensergebnis4’799’5871’537’429
+/− Ergebnis Anlagenveräusserungen−57’027−71’243
+/− Abschreibungen5’524’0635’862’556
+/− Rückstellungen−441’6489’824’976−508’1956’820’547
Veränderung Nettoumlaufvermögen
+/− Forderungen aus Lieferungen und Leistungen−697’566−58’518
+/− Übrige kurzfristige Forderungen15’1313’385’824
+/− Vorräte und nicht fakturierte Dienstleistungen28’361349’702
+/− Aktive Rechnungsabgrenzungen−149’300116’389
+/− Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen2’314’178−170’101
+/− Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten157’050111’850
+/− Passive Rechnungsabgrenzungen−1’445’582222’273362’7994’097’945
Cashflow aus Geschäftstätigkeit10’047’24810’918’492
Investierung
Zugang aus Sachanlagen−1’591’030−8’933’115
Zugang aus immateriellen Werten−25’799
Zugang aus Finanzanlagen−1’616’829−8'933'115
Desinvestierung
Abgang aus Sachanlagen57’02771’243
Abgang aus immateriellen Werten
Abgang aus Finanzanlagen57’02771’243
Cashflow aus Investitionstätigkeit−1’559’802−8’861’872
Free Cashflow8’487’4462’056’620
Finanzierung
Veränderung Eigenkapital−600’000−2’250’000
Veränderung kurzfristig verzinsliche Verbindlichkeiten
Veränderung langfristig verzinsliche Verbindlichkeiten−3’571’400−3’571’400
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit−4’171’400−5’821’400
Veränderung liquide Mittel4’316’046−3’764’780
Liquide Mittel am Anfang der Berichtsperiode11’163’89014’928’670
Liquide Mittel am Ende der Berichtsperiode15’479’93711’163’890
Veränderung liquide Mittel4’316’047−3’764’780

Anhang

Allgemeine Informationen

Die VBSG haben erstmals am 8. November 1894 vom Gemeinderat der Stadt St.Gallen die Konzession zur Personenbeförderung erhalten.

Rechtsform / Sitz

Die VBSG sind eine unselbständige, öffentlich-rechtliche Unternehmung der Stadt St.Gallen mit eigenständiger Rechnungslegung. Der Sitz der Unternehmung ist St.Gallen.

Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt

Im Berichtsjahr betrug der Personalbestand der VBSG 312 Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt, im Vorjahr waren es 293 Vollzeitstellen.

Wichtige Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Rechnungslegungsgrundsätze

Die vorliegende Jahresrechnung der Verkehrsbetriebe St.Gallen (VBSG) wurde gemäss den Bestimmungen der ARPV (Verordnung über die Abgeltung und die Rechnungslegung im regionalen Personenverkehr), welche die Bestimmungen der RKV ab 1. Januar 2025 ersetzt haben, erstellt. Die wesentlichen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, die nicht bereits durch die ARPV oder das Obligationenrecht vorgeschrieben sind, sind nachfolgend erwähnt. Die Rechnungslegung erfolgt in ganzen Schweizer Franken. Infolge der Rundung führt dies unter Umständen zu leichten Abweichungen bei der Summenbildung. 

Schätzungen und Annahmen des Managements

Bei der Erstellung eines Jahresabschlusses muss die Geschäftsleitung Schätzungen vornehmen und Annahmen treffen, die sich auf die im Bericht ausgewiesenen Aktiven und Passiven, die Offenlegung von Eventualverbindlichkeiten und -forderungen zum Zeitpunkt des Jahresabschlusses und auf die ausgewiesenen Erträge und Aufwendungen der Berichtsperiode auswirken. Die tatsächlichen Ergebnisse können von den Schätzungen abweichen. Schätzungen und Annahmen werden kontinuierlich überprüft und basieren auf Erfahrungswerten und sonstigen Faktoren wie zum Beispiel der Erwartung und Einschätzung zukünftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen als vernünftig betrachtet werden.

Wesentliche Positionen in der Jahresrechnung, die auf Schätzungen und Annahmen des Managements basieren, sind:

  • Sachanlagen und immaterielle Werte
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
  • Vorräte und nicht fakturierte Dienstleistungen
  • Rückstellungen

Nahestehende Parteien

Zu den nahestehenden Parteien gehört die Stadt St.Gallen. Transaktionen mit der Stadt St.Gallen erfolgen grundsätzlich zu marktgerechten Bedingungen.

Die VBSG zeichnen auch für die Geschäftsführung der Mühleggbahn AG verantwortlich. Allfällige Leistungen erfolgen auch hier nach dem «Arm’s length-Prinzip».

Der Kanton St.Gallen bezahlt als Besteller der Verkehrsbetriebe den grössten Teil der Abgeltungen.

Im Weiteren sind die Verkehrsbetriebe Genossenschaften im Tarifverbund Ostwind.

Fremdwährungsumrechnung

Fremdwährungstransaktionen werden zum Wechselkurs zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalles oder zu einem diesem Wechselkurs angenäherten Kurs umgerechnet. Am Bilanzstichtag werden alle Fremdwährungspositionen mit öffentlich publizierten Jahresendkursen bewertet. Die daraus resultierenden Kursdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst.

Umrechnungskurse
per 31.12.2025per 31.12.2024
1 EURCHF 0.930500.93845
1 USDCHF 0.792250.90625

Flüssige Mittel

Die Position «Flüssige Mittel» beinhaltet Kassenbestände, Bankguthaben sowie kurzfristige Geldmarktanlagen mit einer Laufzeit von höchstens 3 Monaten. Sie werden zu Nominalwerten bilanziert.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden mit dem ursprünglichen Netto-Rechnungsbetrag erfasst, abzüglich einer Wertberichtigung für spezifische risikobehaftete Forderungen (Delkredere). Wertberichtigungen werden vorgenommen für Forderungen, die mehr als 3 Monate überfällig (in Verzug) sind oder für die spezifische Risiken identifiziert wurden. Zweifelhafte Forderungen werden ausgebucht.

Vorräte und nicht fakturierte Dienstleistungen

Vorräte und nicht fakturierte Dienstleistungen sind grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfasst. Die Anschaffungskosten werden unter Anwendung der Methode des gewichteten Durchschnitts ermittelt. Erhaltene Skonti werden dabei als Anschaffungskostenminderung behandelt. Liegt der Nettoveräusserungswert am Abschlussstichtag unter den Anschaffungskosten, ist dieser massgebend für die Bewertung.

Finanzanlagen

Die Finanzanlagen umfassen langfristig gehaltene Wertschriften ohne Börsenkurs oder beobachtbaren Marktpreis. Sie sind höchstens zu Anschaffungskosten abzüglich allfälliger Wertberichtigungen bewertet.

Sachanlagen

Die Kostengrenze, unterhalb welcher Sachanlagen nicht aktiviert werden, liegt bei CHF 10’000.00. Sachanlagen werden entsprechend ihrer erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Ausnahmen bilden die Grundstücke, die nicht abgeschrieben werden. Die Nutzungsdauern wurden wie folgt festgelegt und werden jährlich überprüft:

GrundstückeKeine Abschreibung
Gebäude20 bis 40 Jahre
Gebäudeeinrichtungen10 bis 40 Jahre
Fahrleitungen25 Jahre
Maschinen und Anlagen5 bis 15 Jahre
Computer und Hardware5 Jahre
Software5 Jahre
Trolleybusse15 Jahre
Autobusse12 Jahre
Anlagen im Bauje nach Anlagenkat.

Sofern Anzeichen einer Überbewertung erkennbar werden, werden die Buchwerte überprüft und gegebenenfalls wertberichtigt.

Immaterielle Werte

Die Position «Software» umfasst erworbene Software und Software-Implementierungskosten, die dann als immaterielle Vermögenswerte erfasst (aktiviert) werden, wenn es wahrscheinlich ist, dass sie einen zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen schaffen werden. Die aktivierten Kosten werden linear über die geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben.

Umsatzrealisierung

Umsatzerlöse werden dann verbucht, wenn die massgeblichen Eigentumsrisiken oder der Eigentumsnutzen auf den Käufer übertragen sind. Dies ist normalerweise bei Erbringung der Dienstleistung der Fall oder nach Lieferung und Fakturierung der Tickets oder Produkte. Für Einnahmen im Berichtsjahr, deren Leistungserbringung erst in der Folgeperiode erfolgt, wird eine angemessene passive Rechnungsabgrenzung gebildet.

Angaben zu Bilanz und Erfolgsrechnungspositionen

1 Flüssige Mittel

31.12.202531.12.2024
in CHFin CHF
Kassa219’05850’714
Postfinance15’197’06411’113’176
Geldtransferkonten63’814
Total15’479’93711’163’890

2 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

31.12.202531.12.2024
in CHFin CHF
Forderungen gegenüber Dritte im Inland935’650460’076
Forderungen gegenüber Stadt St.Gallen84’53250’690
Forderungen gegenüber Mühleggbahn AG48’35831’837
Forderungen gegenüber SBB aus direktem Verkehr1’935’3921’763’763
abzüglich Wertberichtigungen−30’000−30’000
Total2’973’9322’276’367

3 Übrige kurzfristige Forderungen

31.12.202531.12.2024
in CHFin CHF
Vorauszahlungen an Lieferanten60’641
Kontokorrent Stadt St.Gallen2’971’1922’922’376
Guthaben Verrechnungssteuer4703’777
Total2’971’6612’986’793

4 Vorräte und nicht fakturierte Dienstleistungen

31.12.202531.12.2024
in CHFin CHF
Ersatzteile, Pneus, Diesel2’883’3822’905’178
Ware unterwegs51’31957’884
abzüglich Wertberichtigungen−100’000−100’000
Total2’834’7012’863’062

5 Aktive Rechnungsabgrenzungen

31.12.202531.12.2024
in CHFin CHF
Vorausbezahlte Aufwendungen344’899195’599
Total344’899195’599

6 Finanzanlagen

31.12.202531.12.2024
in CHFin CHF
1 Anteilschein Genossenschaft OTV à nominal CHF 2’0002’0002’000
1 Anteilschein Genossenschaft openmobility à nominal CHF 1’00011
Total2’0012’001

7 Sachanlagen und immaterielle Werte

Mobile SachanlagenImmobile SachanlagenAnlagen im BauTotal SachanlagenImmaterielle Werte
in CHFin CHFin CHFin CHFin CHF
Anschaffungskosten
Bestand am 31.12.202383’903’02031’986’99255’586’713171’476’7251’846’375
Zugänge−27’66038’5888’922’1878’933’115
Abgänge−10’692’580−28’082−1’490’790−12’211’452
Umgliederungen Anlagen im Bau2’033’369−2’828−1’814’665215’876−215’876
Umgliederungen Anlagen im Bau*50’428’806−50’428’806
Bestand am 31.12.2024125’644’95531’994’67010’774’639168’414’2641’630’499
Zugänge44’909122’0491’424’0721’591’03025’799
Abgänge−458’195--−458’195
Umgliederungen Anlagen im Bau1’815’389-−1’815’389--
Bestand am 31.12.2025127’047’05832’116’71810’383’322169’547’0991’656’298
Wertberichtigungen
Bestand am 31.12.2023−76’436’558−31’150’673−10’019’705−117’606’935−1’500’589
Zugänge−1’748’953 -204’399 -3’789’635 −5’742’987 -119’568
Abgänge 10’692’580 1’518’872 12’211’452
Umgliederungen Anlagen im Bau -534’816 358’329 −176’487 176’487
Umgliederungen Anlagen im Bau* -10’965’954 10’965’954
Bestand am 31.12.2024−78’993’701−31’355’072−966’185−111’314’957−1’443’670
Zugänge−4’754’831−103’488−547’770−5’406’090−117’974
Abgänge458’195458’195
Umgliederungen Anlagen im Bau−654’8468’365646’481
Bestand am 31.12.2025−83’945’18431’450’195−867’473−116’262’852−1’561’644
Nettobuchwert am 31.12.202446’651’254639’5989’808’45457’099’307186’829
Nettobuchwert am 31.12.202543’101’875666’5239’515’84953’284’24794’654

8 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

31.12.202531.12.2024
in CHFin CHF
Verbindlichkeiten gegenüber Dritte im Inland4’236’5081’676’199
Verbindlichkeiten gegenüber Stadt St.Gallen407’332619’240
Verbindlichkeiten gegenüber Dritte im Ausland99’77510’874
Verbindlichkeiten gegenüber Ostschweizer Tarifverbund (OTV)906’9161’030’040
Total5’650’5313’336’354

9 Kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten

31.12.202531.12.2024
in CHFin CHF
Darlehensschulden gegenüber AFDL des Kantons St.Gallen3’571’4003’571’400
Total3’571’4003’571’400

10 Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten

31.12.202531.12.2024
in CHFin CHF
Verbindlichkeiten gegenüber Pensionskasse19’410
Geschuldete Mehrwertsteuer640’251502’611
Total659'661502’611

11 Passive Rechnungsabgrenzungen

31.12.202531.12.2024
in CHFin CHF
Noch nicht bezahlter Aufwand120’000635’641
Im Voraus erhaltener Ertrag598’865660’366
Abonnementanteil des Folgejahres5’270’6005’075’000
Zeitkonti Mitarbeitende1’712’2602’776’300
Total7’701’7259’147’307

12 Kurzfristige Rückstellungen

31.12.202531.12.2024
in CHFin CHF
Rückstellung für Besitzstandswahrung Ausgliederung Pensionskasse597’096191’420
Rückstellung für Teuerungszulage Rentner220’200250’228
Total817’296441’648

13 Langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten

31.12.202531.12.2024
fällig 2 – 5 Jahrefällig > 5 Jahrein CHFin CHF
Darlehensschulden gegenüber AFDL des Kt. St.Gallen5’714’4005’714’4009’285’800
Total5’714’4005’714’4009’285’800

14 Langfristige Rückstellungen

31.12.202531.12.2024
in CHFin CHF
Rückstellung für Grossunterhalt (für Trolleybusse gekauft 2021)4’120’0004’120’000
Rückstellung für Besitzstandswahrung Ausgliederung Pensionskasse597’096
Rückstellung für Teuerungszulage Rentner1’614’8011’835’002
Total5’734’8016’552’097

15 Eigenkapitalnachweis

Gesetzliche Reserve (Art.36 PBG)Reserve Besteller KantonFreie ReservenUnternehmensergebnisTotal
in CHFin CHFin CHFin CHFin CHF
Bestand am 31.12.20232’860’88512’000’00029’655’491132’82644’649’203
Verteilung Unternehmensergebnis−419’292552’118−132’826
Beitrag Elektrifizierung Stadt St.Gallen−2’250’000−2’250’000
Unternehmensergebnis1’537’4291’537’429
Bestand am 31.12.20242’860’88511’580’70827’957’6091’537’42943’936’632
Verteilung Unternehmensergebnis121’9821’415’447−1’537’429
Beitrag Elektrifizierung Stadt St.Gallen−600’000−600’000
Unternehmensergebnis4’799’5874’799’587
Bestand am 31.12.20252’860’88511’702’69028’773’0564’799’58748’136’218

16 Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen

20252024
in CHFin CHF
Erlöse aus Tarifverbund Ostschweiz für VBSG27’782’33125’610’286
Ticketerlöse DV Halbtax- und Generalabonnemente sowie Einzelbillette3’750’3123’750’004
Erlöse RogF254’808216’987
Total31’787’45029’577’277

17 Nebenerlöse

20252024
in CHFin CHF
Transportleistungen für andere öV-Unternehmungen und Dritte927’696997’241
Reklame- und Provisionsertrag aus Ticketverkäufen*1’724’1611’285’946
Übrige Leistungen für andere öV-Unternehmungen und Dritte245’978225’329
Total2’897’8362’508’516
* davon Einmaleffekte aus Einbuchung Kassabestand, Geldtransferkonten318’820

18 Abgeltungen

20252024
in CHFin CHF
Abgeltung Bundesamt für Verkehr428’393301’499
Abgeltung Kanton SG18’854’21517’964’154
Beitrag Stadt St.Gallen600’0002’250’000
Total19’882’60820’515’653

19 Leistungsabhängiger Aufwand

20252024
in CHFin CHF
Verkaufsaufwand2’545’2012’563’390
Diesel, Strom und Pneus3’051’3953’420’839
Übriger leistungsabhängiger Aufwand219’66865’188
Total5’816’2646’049’417

20 Ausserordentlicher oder 

periodenfremder Ertrag

20252024
in CHFin CHF
Auflösung Rückstellung für nicht versicherte Schäden250’000
Konventionalstrafen Hess AG190’000
MWST Nachbelastung 2019 – 2023 gemäss MWST-Kontrolle87’121−154’033
Total277’12195’967

21 Veräusserungsergebnis immobile Anlagen

20252024
in CHFin CHF
Neubewertungsgewinn Grundstück nach Teilverkauf187’248
Total187’248

Nicht aus Bilanz / Erfolgsrechnung ersichtliche Angaben

Aufteilung Unternehmensergebnis

20252024
in CHFin CHF
abgeltungsberechtigte Linien4’573’9261’002’330
ergänzende Marktleistungen (nicht abgeltungsberechtigt)225’661535’099
Total4’799’5871’537’429

Verwendung des Unternehmensergebnis

31.12.202531.12.2024
in CHFin CHF
Zuweisung zu Bestellreserven BAV521’109
Zuweisung zu Bestellreserven Kanton St.Gallen1’765’854121’982
Freie Reserven2’512’6241’415’447
Total4’799’5871’537’429
Gemäss Personenbeförderungsgesetz (PBG) Art. 36 muss ab 01.01.2025 50% des Gewinnes den Spezialreserven zugewiesen werden

Absicherungsgeschäfte

31.12.202531.12.2024
in CHFin CHF
Absicherung elektrische Energie1’577’4861’707’060
Die abgesicherten Einkaufspreise sind von Bund und Kanton durch den Abgeltungsteil für Energiekosten in den Bestellungen gedeckt.

Sachversicherungen

31.12.202531.12.2024
in CHFin CHF
Gebäudezum Neuwert44’996’70044’594’700
Waren und Einrichtungenzum Neuwert23’010’73921’377’584
Trolley- und Autobusse, Dienstfahrzeugezum Zeitwert52’104’55254’432’041

Haftpflichtversicherungen

31.12.202531.12.2024
in CHFin CHF
von Trolleybussen pro Schadenereignis20’000’00020’000’000
von Autobussen pro Schadenereignis20’000’00020’000’000
– als Zweifach-Garantie pro Versicherungsjahr für alle Autobus-Schadenereignisse total80’000’00080’000’000

Revisionsbericht

Bericht der Revisionsstelle zur Prüfung der Jahresrechnung 2025

Bericht zur Prüfung 

der Jahresrechnung

Prüfungsurteil

Wir haben die Jahresrechnung der Verkehrsbetriebe St.Gallen – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2025, der Erfolgsrechnung und der Geldflussrechnung für das dann endende Jahr sowie dem Anhang, einschliesslich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht die beigefügte Jahresrechnung dem schweizerischen Gesetz.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit dem schweizerischen Gesetz und den Schweizer Standards zur Abschlussprüfung (SA-CH) durchgeführt. Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt «Verantwortlichkeiten der Revisionsstelle für die Prüfung der Jahresrechnung» unseres Berichts weitergehend beschrieben. Wir sind von den Verkehrsbetrieben St.Gallen unabhängig im Sinne des Reglements über die Finanzkontrolle und wir haben unsere sonstigen beruflichen Verhaltenspflichten in Übereinstimmung mit den Anforderungen des Berufsstands erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als eine Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Sonstige Informationen

Der Stadtrat ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die im Geschäftsbericht enthaltenen Informationen, aber nicht die Jahresrechnung und unseren dazugehörigen Bericht.

Unser Prüfungsurteil zur Jahresrechnung erstreckt sich nicht auf die sonstigen Informationen, und wir bringen keinerlei Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu zum Ausdruck.

Im Zusammenhang mit unserer Abschlussprüfung haben wir die Verantwortlichkeit, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zur Jahresrechnung oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortlichkeiten des Stadtrates für die Jahresrechnung

Der Stadtrat ist verantwortlich für die Aufstellung einer Jahresrechnung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und für die internen Kontrollen, die der Stadtrat als notwendig feststellt, um die Aufstellung einer Jahresrechnung zu ermöglichen, die frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung der Jahresrechnung ist der Stadtrat dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Verkehrsbetriebe St.Gallen zur Fortführung der Geschäftstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Geschäftstätigkeit – sofern zutreffend – anzugeben sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Geschäftstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die zuständigen politischen Organe beabsichtigen, entweder die Verkehrsbetriebe St.Gallen zu liquidieren oder Geschäftstätigkeiten einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu. 

Verantwortlichkeiten der Revisionsstelle für die Prüfung der Jahresrechnung

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die Jahresrechnung als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bericht abzugeben, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Mass an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit dem schweizerischen Gesetz und den SA-CH durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich gewürdigt, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieser Jahresrechnung getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Eine weitergehende Beschreibung unserer Verantwortlichkeiten für die Prüfung der Jahresrechnung befindet sich auf der Webseite von EXPERTsuisse: expertsuisse.ch/wirtschaftspruefung-revisionsbericht. Diese Beschreibung ist Bestandteil unseres Berichts.

Bericht zu sonstigen 

gesetzlichen und anderen 

rechtlichen Anforderungen

m Rahmen unserer Prüfung gemäss Art. 728a Abs. 1 Ziff. 3 OR und PS-CH 890 haben wir festgestellt, dass im Finanzjahr 2025 unterjährig für finanzrelevante Prozesse noch keine formal definierten, dokumentierten und nachweisbar durchgeführten IKS-Kontrollen bestehen. Das bisherige IKS-Konzept der Vorjahre wurde im Zuge des Neuaufbaus der Prozesslandschaft nicht weitergeführt. Kontrollen werden im Wesentlichen im Rahmen der Jahresabschlusserstellung durchgeführt und dokumentiert.

Nach unserer Beurteilung existiert mit Ausnahme des im vorstehenden Absatz dargelegten Sachverhalts ein gemäss den Vorgaben des Stadtrats ausgestaltetes Internes Kontrollsystem für die Aufstellung der Jahresrechnung.

Wir empfehlen, dem Parlament Antrag auf Genehmigung der Jahresrechnung zu stellen.

Finanzkontrolle der Stadt St.Gallen

Daniel Inauen
Revisionsexperte
Leitender Revisor

Patrick Schneeberger
Revisionsexperte

St.Gallen, 31. März 2026

Stadt St.Gallen
Verkehrsbetriebe St.Gallen

Steinachstrasse 42
CH-9001 St.Gallen

Telefon +41 71 243 95 11
vbsg@stadt.sg.ch
vbsg.ch